Quelle:
Kreis -Anzeiger (wa) vom 02.09.2008

Planzahlen

Zur Baumaßnahme in der Hintergasse in Unter-Widdersheim schreibt Antje Velten:

Bevor noch mehr politisches Porzellan zerbrochen wird, möchte ich mich als parteiloses Mitglied des Ortsbeirates zu Wort melden. Natürlich beschäftigt sich der Ortsbeirat schon seit Jahren und zwar seit 1995 mit möglichen Baumaßnahmen in der Hintergasse. Aber lediglich in Form von Planzahlen in den jährlichen Haushaltsplan-Entwürfen der Stadt Nidda, die jedoch bislang nie Realität wurden. Im vergangenen Jahr hat die Stadt in der Hintergasse noch umfangreiche Reparaturarbeiten an der Straßendecke vornehmen lassen, so dass jedermann annehmen konnte, es folgten keine weiteren Bauarbeiten. Dann die Überraschung Ende Juli: Die Ankündigung des ZOV, Anfang September würden die Kanalbauarbeiten beginnen. In diesem Zusammenhang erfolgten keinerlei Informationen durch Magistrat und Verwaltung an Anlieger und Ortsbeirat. Und darum ging es eigentlich in der ganzen Angelegenheit. Wenn Klaus-Dieter Kammer auch in seinem Leserbrief über einen Ortsbeiratsbeschluss schön formulierte: "Die Anwohner sollen in einer Versammlung rechtzeitig informiert werden", so sollte er und andere zur Kenntnis nehmen, dass ohne Proteste der Anlieger keine Informationsveranstaltung vor Baubeginn vorgesehen worden wäre. Und das ist der Knackpunkt: Hier gab es seitens der Bürgermeisterin oder der Verwaltung ein Versäumnis, das durch eine einfache Entschuldigung, durch das sofortige Ansetzen eines Termins und das Aufschieben des Baubeginns hätte geheilt werden können. Statt einer Entschuldigung kamen allerdings von den Verantwortlichen nur mühsame Rechtfertigungsversuche und Schuldzuweisungen an all die Menschen, die nur eines wollten: rechtzeitige Informationen.

ANTJE VELTEN
Ober-Widdersheimer Straße 9a
63667 Nidda

Mangelhaft

Zum gleichen Thema äußert sich unser Leser Manfred Bohl.

Auf einmal fühlt man sich als Anlieger der im Bau befindlichen Bürgerstraße in Fauerbach den Anwohnern der Hintergasse in Unter-Widdersheim und denen des Storchwegs in Eichelsdorf sehr nahe. Trotz einer vom Magistrat der Stadt Nidda beschlossenen Kostenbeteiligung der Anlieger von 75 Prozent an den Gehwegen, wurden wir nicht über deren bauliche Notwendigkeit und Ausführungsweise aufgeklärt. Auch hielt es die CDU-Fraktion mit Bürgermeisterin Lucia Puttrich als Baudezernentin an der Spitze nicht für notwendig, den "Brennpunkt" Fauerbach in ihre Sommertour aufzunehmen. Aber die Bürgermeisterin hatte ja schon bei der mangelhaften Infoveranstaltung im September 2007 dem Ersten Stadtrat Reimund Becker (SPD) den Vortritt gelassen. Die Mandatsträger von SPD sowie FUB/FDP suchten zumindest vor Ort das Gespräch mit den zahlenden Bürgern. Bei umliegenden Kommunen ist es üblich, dass vor Baubeginn die Betroffenen detailliert informiert werden. Dort werden sogar verschiedene Ausführungsmöglichkeiten einschließlich der Kosten aufgelistet. Auch dort könnten 75 Prozent der Kosten auf die Bürger umgelegt werden. Davon sieht man ab und erhebt nur 50 Prozent. Noch zu erwähnen ist, dass in der Kreisstadt Friedberg die dortige CDU gegen die Einführung einer Straßenbeitragssatzung ist. In Fauerbach müssen die Anlieger hohe vierstellige und sogar fünfstellige Beträge aufbringen. Die Stadt Nidda zahlt wegen des Landeszuschusses weniger als mancher Anwohner. Bei den Bürgern kommt noch die Rechnung des ZOV hinzu, da nach dem Verkauf des Kanalsystems jeder Anschluss vom Hauptkanal bis zur Grundstücksgrenze vom Hauseigentümer zu zahlen ist. Diese Rohre werden hoffentlich nie reparaturbedürftig sein, da auch hier die Kosten dem jeweiligen Grundstücksbesitzer neuerdings aufgebürdet werden. Wer handelt solche Verträge aus? Es sollte jedem Niddaer Grundstücksbesitzer klar sein, dass er bei Erneuerung des Bürgersteigs beziehungsweise der Straße nach der jetzigen Straßenbeitragssatzung 75 Prozent der Kosten zu zahlen hat. Obwohl es unsere alten Gehwege noch getan hätten, erfreuen wir uns bestimmt nach Fertigstellung an einer schönen Ortsdurchfahrt nebst neuen "teuren" Bürgersteigen. Trotzdem kann von Bürgerfreundlichkeit und ausreichender Information in punkto Straßen- und Gehwegerneuerung in Nidda keine Rede sein.

MANFRED BOHL
Bürgerstraße 3
63667 Nidda-Fauerbach

Interessengemeinschaft Bürgerstraße, Mittelgasse, Wenzelsgasse